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„IRENE und andere Monster – die unheilvolle Macht von Wirbelstürmen…!“ Man vermutet, dass sein namentlicher Ursprung auf das mysteriöse Andenvolk der Maya zurück geht: „Gott des Windes“ – Huracan. Diese Variante des tropischen Wirbelsturms, der sich meistens über dem Atlantik, dem nördlichen oder südlichen Pazifik entwickelt, bezeichnet man daher heute als Hurrikan. Im indischen Raum heißt er Zyklon, im asiatisch-westpazifischen Bereich Taifun und um Australien tropical cyclone. Zum Hurrikan wird ein Wirbelsturm per Definition erst, wenn er eine Windstärke von mehr als 118km/h oder die Windstärke 12 erreicht. Hurrikans können wochenlang bestehen bleiben und viel Gelände und darauf von Menschenhand erbauten oder angepflanzten Bestand zerstören. Die Entstehung des Hurrikans braucht sehr viel Energie und kann daher nur über ausreichend erwärmtem Meer erfolgen. Wenn sich das Wasser auf der Oberfläche bis in eine Tiefe von 50 Metern über 26.5°C erwärmt hat, verdunstet das Wasser in riesigen Mengen, die als Wasserdampf aufsteigen. Dadurch entsteht ein Unterdruck und gigantische Gewitterwolken bilden sich. Im Laufe von Tagen wandern dieses so genannten Gewitter-Cluster westwärts über den Atlantik und werden allmählich in Rotation versetzt – Mini-Tiefs entstehen. Aufbau eines Hurrikans:
 Quelle: www.wiki.bildungsserver.de Hurrikane entstehen aus Wirbelstürmen oft im Bereich des Karibischen Meeres, der Westindischen Inseln und des Golfes von Mexiko von Juni bis Ende November; dann ist die offizielle Hurrikan-Saison. Auslöser sind meist kleinere Gewitterstörungen in der Passatströmung, die von knapp südlich der Sahara über den Atlantik westwärts ziehen. Diese Region der Entstehungsorte der meisten Hurrikane nennt sich auch Hurricane Alley. Infrarot-Satellitenbild von IRENE:
 Quelle: http://www.wonderground.com Der Hurrikan selbst besteht in „fertiger Form“ aus einer gigantischen Wolkenspirale. Sie kann – wie im aktuellen Falle von IRENE - die Ausmaße von fast ganz Europa und im verheerenden Kern von etwa Deutschland (gut 800 km) erreichen. Da sich das Sturmsystem nur sehr langsam fort bewegt, kommen ungeheuerliche Regenmengen pro Zeit zusammen; teilweise sind es mehr als 200 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 36 Stunden! Zur Orientierung: im regenreichsten Monat in Deutschland, dem Juli, fallen im Schnitt insgesamt zwischen 100 und 14 l/qm. Weiteres unverwechselbares Merkmal ist das „Auge“ im Zentrum, das kilometerlang sein kann. Dort befinden sich keine Wolken und es herrscht urplötzlich trügerische Windstille. Das Auge ist daher besonders gefährlich, weil man dann fälschlicher Weise vermuten könnte, dass der Sturm vorüber ist. Doch so rasch wie das Auge kam, wandert es mit dem gesamten Wetter-System weiter und der Hurrikan schlägt mit unverminderter Härte wieder zu! Vor den Toren New Yorks fiel das Sturm-Maximum obendrein mit der Flut zusammen, was zu hohem Überflutungsrisiko mit 2 bis 3 Metern über normal geführt hat. Diagramm zur Zugrichtung von IRENE:
 Quelle: http://www.nhc.noaa.gov/storm Grundsätzlich werden Stürme nach deren Windstärken kategorisiert. Als Vorlage dient noch immer die so genannte Beaufortskala, benannt nach dem Francis Beaufort (1774-1857). Sie beschreibt Windstärke durch ihre Wirkung auf die Umgebung, etwa dass ein Orkan Bäume ausreißen und Gebäude zerstören kann oder auf dem Meer entsprechend ausgeformte Wellen entstehen. 1971 veröffentlichte Theodore Fujita von der Universität Chicago für Windgeschwindigkeiten, die über die Beaufort-Skala hinausgehen, die so genannte Fujita-Tornado-Skala von F0 bis F5. Bei diesen Windstärken können sogar asphaltierte Straßen vom Boden „gesaugt“ werden! Die Übertragung der F-Skala auf Europa ist allerdings ein Problem, da sich die europäische Bauweise von Häusern und Größe von Wohnmobilen erheblich von der amerikanischen unterscheidet. So wurde unter Einbeziehung von Vegetationsschäden eine weitere spezielle Skala entwickelt. Generell werden Hurrikans jedoch gemäß internationaler Vereinbarungen (WMO) nach der Windstärke in fünf Kategorien eingestuft: In der Kategorie 1 hat der Sturm eine Windgeschwindigkeit von über 118-154 km/h und wird noch als schwacher Hurrikan bezeichnet. In der Kategorie 2 hat der Hurrikan eine Windstärke von über 154-177 km/h. In der Kategorie 3 erreicht der Hurrikan eine bereits Windgeschwindigkeiten von über 177-211 km/h in der Stunde. In der Kategorie 4 ist der Hurrikan bereits ein verheerender Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von über 211-250 km in der Stunde! In der höchsten Kategorie 5 (z.B. Hurrikan KATRINA vor New Orleans 2005) verwüstet der Hurrikan alles, was ihm in den Weg kommt, mit einer Windgeschwindigkeit von über 249 km in der Stunde! Beim Auftreffen von derlei Monster-Hurrikanen auf die Küste (so genannter „land fall“), werden Flutwellen bis zu 6 Meter hoch! Karte des Verlaufs aller Hurrikane und anderer tropischer Wirbelstürme zwischen 1985 und 2005:
 Quelle: www.wikipedia.de Die hohen Windgeschwindigkeiten, Wellen und schwere Niederschläge im Umfeld von Hurrikans bedeuten immer auch eine große Gefahr für Leib und Leben. Den höchsten materiellen (Versicherungs-)Schaden richtete im August 2005 Hurrikan KATRINA mit etwa 81 Milliarden Dollar an. Er zog mit Windgeschwindigkeiten von 250 bis 300 km/h über Florida, Louisiana (besonders der Großraum New Orleans), Mississippi, Alabama und Tennessee hinweg und forderte über tausend Menschenleben. Der stärkste bisher gemessene Hurrikan war WILMA, der als erster innerhalb weniger Stunden von einem Tropensturm (113 km/h, 18. Oktober 2005) zu einem Hurrikan der Kategorie 5 (282 km/h, 19. Oktober 2005) herauf gestuft wurde. Mit 882 hPa (hektoPascal) herrschte im Zentrum Wilmas der niedrigste Luftdruck, der jemals auf dem Atlantik gemessen wurde. Zum Vergleich: unsere ostatlantischen Winterstürme (Orkane) schaffen nur selten unter 950 hPa! Manchmal wir ein ehemaliger Wirbelsturm oder sogar Hurrikan in die Westdrift zwischen der Ostküste der USA und dem europäischen Kontinent einbezogen. Ein solches Wettersystem ist dann immer noch in der Lage, schwere Regenfälle nach Europa zu bringen. Es trägt dann den Namen „ex-…“. Zum Thema Klimawandel und Sturmhäufigkeiten noch dies: Hurrikane beziehen ihre Energie aus warmem Oberflächenwasser der Meere. Bei der in den letzten Jahrzehnten beobachteten leichten Erwärmung der Oberflächentemperatur durch die generelle globale Erwärmung steht deshalb im Prinzip mehr Energie zur Verdunstung von Wasser zur Verfügung. Ob sich dadurch ein wachsender Anteil schwerer Hurrikane ergeben könnte, wird unter Klimaforschern noch immer kontrovers diskutiert. Dazu passendes Kuriosum: Mit dem Hurrikan Vince formierte sich am 9. Oktober 2005 erstmals seit dem „Spanien-Hurrikan“ von 1842 ein tropischer Wirbelsturm im östlichen Atlantik vor den Küsten Südeuropas und Nordafrikas. Danach folgte sogar noch der tropische Sturm DELTA, womit im Jahr 2005 erstmals zwei Wirbelstürme die Küsten Europas erreicht hatten! Ob Hoch, Tief oder Hurrikan – zum aktuellen Wettertrend nutzen Sie am besten die aktuelle und mittelfristige Entwicklung auf unserer Seite www.mr-wetter.de!
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