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Wie warm ist es draußen?! Das menschliche Rätsel von Wärme und Kälte…
Machen Sie doch mal den spontanen Test in Ihrem unmittelbaren Umfeld: Die einfach Frage „Findest Du es heute eher warm oder kalt?!“ genügt oft schon. Dann läuft es ähnlich, wie gerne etwas ironisch mit dem Spruch „Drei Ärzte – drei Meinungen!“ umschrieben wird. Hintergrund dieses Einstiegs ist das ewige Thema, wie wir Menschen das Wetter und vor allem die Wärme oder Kälte empfinden! Hierzu gibt es im Übrigen längst einen eigenen naturwissenschaftlichen Forschungszweig innerhalb der Medizin-Meteorologie, die so genannte Human-Biometeorologie. Dies kam vor allem deshalb, weil man endlich genauer definieren wollte, welche Einflussgrößen dafür verantwortlich sind, dass manche Menschen feuchte Sommerwärme – zu Deutsch: Schwüle – als extrem belastend und andere wiederum als behaglich empfinden. Gleiches gilt, allerdings mit geringerer Schwankungsbreite beim Empfinden, für die zusätzlich auskühlende und häufig stressende Wirkung von Wind, der so genannten „Windkälte“. In den USA gibt es für dieses Phänomen längst den Fachbegriff „wind chill“ – er ist allerdings in der Wissenschaft bis heute ziemlich umstritten. Vor über 20 Jahren wurde vom Deutschen Wetterdienst ein eigenes Mess- und Wahrnehmungsmodell, das so genannte „Klima-Michel-Modell“ offiziell vorgestellt. Es ist ein Energiebilanzmodell für den menschlichen Organismus. Für einen Durchschnittsmenschen, hier "Michel" genannt, gelten verschiedene Annahmen: eine Körpergröße von 1,75 Metern, ein Körpergewicht von 75 Kilogramm, eine Körperoberfläche von 1,9 Quadratmetern und ein Alter von etwa 35 Jahren. Beschrieben wird das thermische Empfinden als Funktion der Aktivität des Menschen, der Wärmeisolation der Bekleidung, der Lufttemperatur, der Windgeschwindigkeit, dem Wasserdampfdruck und der mittleren Strahlungstemperatur (Einwirkung vor allem der direkten Sonnenstrahlung). Für die menschliche Aktivität veranschlagt man in der Regel eine Arbeitsleistung von 116 Watt pro Quadratmeter Körperoberfläche, was etwa dem schnelleren Spazierengehen entspricht. Als Resultat der Berechnungen wird der Anschaulichkeit halber zur Beschreibung des thermischen Empfindens die gefühlte Temperatur in Grad Celsius verwendet. Die Bekleidung des Menschen wird dabei stets an die aktuellen Bedingungen angepasst, um eine möglichst hohe Behaglichkeit zu erreichen. Für noch feinere Betrachtungen wurde vor über 30 Jahren an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität im damaligen Lehrstuhl für Angewandte Meteorologie und Bioklimatologie das Modell MEMI (Münchner Energiemodell für Individuen, Peter Höppe) mit der Kenngröße PET für „physiologisch äquivalente Temperatur“ entwickelt. Auch dies ist nur eine Näherungs-Kenngröße, weil sich der Mensch schlicht und einfach nicht in ein Schema F pressen lässt. Und das gilt eben auch beim subjektiven, am eigenen Leib oftmals nachvollziehbar, Tag für Tag und je nach Tätigkeit unterschiedlichen Empfinden von uns selbst. Ein Eldorado für gegensätzliche und straßenzugweise drastisch verschiedene Wärme und Kühle- oder Kälte-Effekte finden wir in jeder größeren bebauten Zone mit versiegelten Flächen; man könnte auch Ortschaften oder Städte dazu sagen. Sie sind ausgesprochene „Wärme-Inseln“, die sogar lokale Wetter- und Klimaänderungen bewirken! So reichen die Unterscheide an einem sonnigen Sommertag zum Beispiel in einer Großstadt wie Berlin von angenehm-behaglich an bewaldet-schattigen Stadtrand- oder Seenzonen hin zu sonnseitig überhitzten Asphalt- und Blockhauszonen um fast 20 Grad beim Empfinden auseinander. In ländlichen Bereichen sind die Unterschiede viel geringer. Das Wetter-Empfinden ist also wesentlich ausgeglichener und damit letztlich auch gesünder, weil weniger stressend.
 Gefühlte Temperatur an einem Sommertag. Quelle: DWD Wenn Sie aktuell und bei Ihnen vor oder gar im Ort wissen wollen, ob es auch in den kommenden Tagen und Wochen eher körperlich wohltuend oder anstrengend werden wird, dann klicken Sie sich durch unsere Service-Seiten unter www.mr-wetter.de
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