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Thema: Eis, das vom Himmel kommt – der gefährlichste Niederschlag der Welt: Hagel! So wie sich die langfristige Großwetterlagen-Tendenz in diesem anstehenden Frühsommer und vielleicht sogar Hochsommer andeutet, könnte der frotzelnde Spruch: „Dem hat’s ganz schön die Petersilie verhagelt!“ bei vielen keinen Spaß auslösen. Ohne unken zu wollen: Aber wenn sich auffallend häufig wärmere Luft als im langjährigen Durchschnitt in mittleren Breiten – und dazu zählen wir rund um Deutschland – durchsetzt, steigen gleichzeitig die Wahrscheinlichkeiten für häufigere Gewitter mit Unwetterpotenzial! Das ist zwangsläufig so, denn hohe Lufttemperaturen, gekoppelt an zeitweise feuchte Luftmassen aus dem Südwesten sind genau die brisante Mixtur für hochsteigende Wolkentürme, die neben Böenwalzen und Wolkenbrüchen auch Hagel bringen. Derlei imposante Himmelsgebilde werden in der Fachsprache der Wolkenklassifikation auch Cumulo-Nimbus genannt; oft amboß-förmig und in unseren Regionen locker 13 Kilometer hoch in die obere „Wetter-Atmosphäre (Troposphäre) hinaufragend. Gewitterwolken mit Amboß-Form:
 Quelle: wetterzentrale.de Nun muss man wissen, dass jeder größere materielle Körper, vor allem mit höherem Eisengehalt bekanntlich eine große Anziehungskraft, in unserem Falle Erdanziehung genannt – besitzt. Dennoch herrschen in unserer hauchdünnen Atmosphäre durch die Erwärmung der Erdoberfläche sowie durch groß- und kleinräumige Windsysteme gigantische Auftriebskräfte. Sie überwinden die Erdanziehung teilweise um ein Mehrfaches! Für Segelflieger, Drachenflieger und Paraglider sind diese Aufwinde (Thermik) ideal; für empfindliche Flugreisende bei Turbulenzen schon weniger. Steigen im Sommer feucht-warme Luftpakete himmelwärts, kühlen sie sich durch Ausdehnung im geringeren Luftdruck ab. Ab einem gewissen Punkt setzt die Kondensation ein, die aus unsichtbarem Wasserdampf sichtbare Nebeltröpfchen – im größeren Verbund schlichtweg Wolken produziert. Setzt sich dieser Prozess mit intensivem Luftnachschub von unten nach oben fort, entsteht eine Art „Staubsauger-Effekt“. Dieses vertikalen Luftschächte können so stark sein, dass sie einmotorige Flugzeuge wie Papierflieger mit 10 m/sec hoch katapultieren!
 Quelle: sturmwetter.de Damit fällt es schon leichter, sich vorzustellen, dass größere Tropfen in frostige hohe Luftschichten hochgerissen werden, oben wieder ausgespukt werden und im freien Fall an der Wolkenbasis wieder eingesaugt werden. So was kann sich zig-mal wiederholen; je nachdem, wie stark der Aufwindkanal ist. Im negativen „Idealfall“ bildet sich dann bei jeder Aufzugsfahrt um das gefrorene Eiskorn wieder eine neue Eisschicht. Dann ist das Hagelkorn trotz Aufwind zu schwer und fällt zu Boden. Den Rest kennen Sie… Die Palette dieses wenig himmlischen Gutes reicht von fingernagelgroßem „Kies“ bis hin zu tennisballgroßem Trümmern. Im großen Stil vor allem den Münchnern vom Hagelunwetter am 12. Juli 1984 in Erinnerung, dem zu jener Zeit größten Versicherungsschaden mit umgerechnet rund einer Milliarde DM…! Die meisten Hagelgewitter werden im Übrigen in unseren Breitengraden rund um die Alpen registriert; vor allem vom Zugspitzgebiet bis hinüber in den Münchner Raum und zum Chiemgau befindet sich die so genannte „Gewitterzugstraße Europas“! In dieser breiten Schneise muss im Schnitt mit 35 Gewittertagen pro Jahr und etwa alle Vierteljahrhundert mit einem extremen Hagelschlag gelebt werden – Hagelabwehr-Flieger hin oder her… Ob und wann bzw. wo sich in dieser Saison entsprechendes Unwetter-Potenzial besteht, ist mehr als drei Tage im Voraus kaum einzuschätzen. So muss sich jeder tagtäglich auf den neusten Stand bringen. Unsere Service-Seiten unter www.mr-wetter.de bieten dazu eine ausgezeichnete Plattform!
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