Wetterwissen

Wetterwissen #25 Beben, Klima und Atom

Alles wirkt auf alles – aber wie sehr?! Kritische Fragen rund um Beben, Klima und Atom
 
Für viele sind im schicksalsträchtigen Monat März gleich mehrere Wellen der Erschütterung um den Erdball gelaufen: Zuerst das Mega-Erdbeben, dann die unglaublichen Bilder der grauenvollen Tsunami-Welle und bis heute die nicht enden wollenden Hiobsbotschaften vom AKW-Gau Fukushima, den selbst Heerscharen von Experten und Heldenmutigen nur sehr zögerlich oder gar nicht in den Griff zu bekommen scheinen.
 
Unzählige Fragezeichen sind und bleiben in unseren Köpfen. Es scheint nichts mehr so wie es war – inklusive der Glaubwürdigkeit an das unwahrscheinliche Eintreten des ominösen „Restrisikos“ und an deren technokratische Hüter. Kommt nun doch die radioaktive Wolke bis zu uns? Hat sie selbst feinst verteilt nicht doch Langzeit-Effekte auf Mensch und Natur?! Hat das extreme Erdbeben den Lauf der Welt im wahrsten Sinne des Wortes verändert – bin hin zum Klima…?!
 
Viele offene Fragen, und es bleibt die Unsicherheit auch nach noch so detaillierten Interviews mit Strahlenexperten und Kraftwerkstechnikern. Ein Wust an bisher nie oder nur vage wahrgenommenen Maßeinheiten von Becquerel über Milli-Sievert bis zu Röntgen geistert durch die Gazetten und Internet-Plattformen. Schier endlose Kolonnen an Service-Seiten stiften unterm Strich eher noch mehr Verwirrung als Aufklärung. Man klammert sich an Lexika und eigene Menschenkenntnis bei der Auswahl derer, die einem durch Seriosität Beruhigung vermitteln könnten.
 
Aktuelle Zugrichtungskarte von NOAA, Bildquelle: www.meteoschweiz.admin.ch
Bildquelle: www.meteoschweiz.admin.ch
 
Deshalb nur vorbehaltlich ein paar Antwortversuche:
Ja, die neuen höchst-sensiblen Strahlungsmessgeräte haben auch über Mitteleuropa bereits die Ankunft der radioaktiven Partikel aus Japan registriert. Aber: NEIN – sie sind in so millionenfach verdünnter Konzentration unterwegs, dass sie weit jenseits gesundheitlicher Wirkung bei uns bleiben! Ganz anders sieht es im Umfeld des Unglücksstandorts in Japan selbst aus. Hier spielen nach wie vor Wetterlage und Zustand der beschädigten Reaktorblöcke ein geradezu teuflisches Katz-und-Maus-Spiel mit den bedauernswerten Menschen dort vor Ort; und niemand weiß, wie lange noch…
 
Ja, das Jahrtausend-Erdbeben der Stärke 9,0 hat die tektonischen Platten rund um den Globus in gewisser Weise verrückt. Selbst die Pole, die Erdrotation und die Geschwindigkeit der Erdumdrehung wurden dadurch beeinflusst. Aber auch das geschah in so minimalistischer Art und Weise, wenn man auf das Gesamt-System Erde blickt, dass wir uns speziell über DIES keinen Kopf zu machen brauchen! Da gibt es viel dringlichere und zeitnahere Wirkungsmechanismen, die der Mensch direkt und willentlich vornimmt bzw. in Kauf nimmt!
 
Tsunami aufgrund des Bebens am 26.12.2004 in Indonesien, Quelle: wikipedia.org:
Quelle: wikipedia.org
 
Einmal mehr lernen wir also, dass der Blick über den Tellerrand erforderlich ist; dass wir allesamt auf EINEM Planeten residieren; und dass es sehr wohl etwas ausmacht, wenn am anderen Ende der Welt der berühmte Schmetterlings-Flügelschlag erfolgt! Zahlen-Kolonnen, Norm-Tabellen und statistische Messkurven hin oder her – wir müssen grundsätzlich umdenken. Nicht panisch und hektisch von heute auf morgen, aber konsequent und generationenbewusster!
Nicht ohne Grund stammt der in den vergangen Jahren seit den Diskussionen um die Klimaerwärmung so in Mode gekommene altehrwürdige Begriff der „Nachhaltigkeit“ aus jenem Berufsstand, der sich seit vielen Generationen tagtäglich und geduldig mit der Pflege, Aufzucht und Bewahrung der Natur befasst: den Förstern und dem Bauernstand! Umsicht, Mäßigung und Weitblick sind die einzige Chance, wenn wir aus diesem riesigen Warnschuss vor den Bug endlich und endgültig zu unser aller Wohl lernen wollen…
 
Wenn Sie sich brand-aktuell über Wind und Wetter in und um Japan informieren wollen, werfen Sie am besten regelmäßig einen Blick auf unsere Seite www.mr-wetter.de.

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