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Thema: Winterschlaf oder Frühlingserwachen – warum Deutschland oft zwei Jahreszeiten hat In den kommenden Wochen zeigt uns die Wetterküche in Mitteleuropa oftmals zwei Jahreszeiten – teilweise innerhalb von 24 Stunden, teilweise aber gleichzeitig regional nebeneinander. Da drängt sich die Frage auf: Wie weit stecken wir noch im Winter oder schon im Vorfrühling?! Und damit geht’s ans Eingemachte. Es kommt die so genannte Phänologie ins Spiel. Zu Deutsch: die Lehre von den Lebenserscheinungen von Pflanzen und Tieren in ihren jahres- und tageszeitlichen Abhängigkeiten. Die aktive Phase bei den Pflanzen bezeichnet man als Vegetationsperiode. Sie reicht von der Keimung bzw. vom Austreiben bis zum Absterben, Einziehen der Überdauerungsorgane bzw. zum Blattfall, bei immergrünen Pflanzen (z.B. Nadelhölzer) bis zum Stillstand des aktiven Wuchses. Der restliche Teil des Jahres, in der eine mehrjährige Pflanze nicht wächst, wird als Vegetationsruhe, Ruhezeit oder Ruheperiode bezeichnet, der bei Tieren der Winterschlaf, bei manchen Arten aber auch ihr Sommer- oder Trockenschlaf entspricht. Die Gesamtheit der jährlich wiederkehrenden Wachstumsphasen einer Pflanze schließlich wird als ihr Vegetationszyklus bezeichnet, wobei dieser Begriff z.B. im Weinbau die Wachstums- und Reifephase der Pflanze, in diesem Fall des Weinstocks, einschließt, nicht aber seine (winterliche) Ruhephase. Als technischer Richtwert zur Abgrenzung von Vegetations- und Ruheperioden wird häufig eine anhaltende Schwellentemperatur von 5 bis 8 °C angesetzt, unter der Pflanzen normalerweise ihren Wuchs, d. h. die Zellteilung einstellen.
 Lange Rede, kurzer Sinn – letzten Endes erleben wir jedes Jahr je nach Region und Witterungsverlauf oft um Wochen verschiedene Stadien, eh sich Krokusse, Schneeglöckchen und Märzenbecher zeigen, Hasel- und Erlenpollen fliegen und später der klassische Indikator des Frühlingseinzugs – die Apfelblüte – in Erscheinung treten! Es gibt Jahre, in denen ist es zwischen Advent und Mitte Januar bereits (oder noch) so unwinterlich, dass schon Anfang Januar die Allergiker in Wärme begünstigen Niederungen um Rhein und Mosel über Haselpollenbelastung klagen. In anderen Fällen – wie zum Beispiel im extrem zähen Winter 2009/10 hinkte die Natur noch Ende März um mehrere Wochen hinter dem langjährigen Termin des großflächigeren Erwachens hinterher. Generell ist es normaler Weise so, dass sich der Frühling Woche für Woche von Südwest (Breisgau, Bodenseegebiet) nach Nordost Mecklenburg-Vorpommern, Ostsee) voranarbeitet. Naturwissenschaftler haben errechnet, dass der Vegetationsbeginn in unseren Breitengraden im Schnitt etwa 44 km pro Tag von Süd nach Nord voranschreitet. Dies hängt zum einen entscheidend mit der astronomisch bedingten Zunahme der Tageslänge zusammen. Aber auch grundsätzlich von Großwetterlagen, bei denen der Südwesten am ehesten und längsten in die mildere Mittelmeer-Luft gerät, während der Nordosten Deutschlands durch die Nähe der kalten Ostsee und den skandinavisch-polaren Breiten noch häufig von Winterkälte dominiert wird. Untergliedert wird der Frühling nochmals nach bestimmten Weiserpflanzen. Der Vorfrühling beginnt meist Ende Februar oder Anfang März. Er wird angezeigt durch die erste Blüte von Haselnuss, Schneeglöckchen, Schwarz-Erle und Salweide, die Vollblüte des Winter-Jasmins, in den Alpen den Austrieb des Bergahorn. Sobald die überschüssige Winterfeuchtigkeit von den Böden verschwunden ist, beginnt die landwirtschaftliche Tätigkeit, die mit der Aussaat des Sommergetreides endet.
 So kann die Phänologie nicht nur als Indikator des regionalen Klimas, sondern als eine Art „Fingerabdruck“ des Klimawandels betrachtet werden. Man weiß mittlerweile, dass in Europa in den letzten 30 bis 50 Jahren die Blattentfaltung und Blüte von Pflanzen um etwa 1,4 bis 3,1 Tage pro Jahrzehnt früher stattfinden. Wo und wann bei uns die Natur in diesem Frühjahr so richtig losspießen wird, ist aktuell noch schwer vorauszusagen. Sie können aber jederzeit für sich selbst am Ball bleiben und den Trend über unsere Service-Seite www.mr-wetter.de abgreifen…!
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