Wetterwissen #20 Land unter rund um den Erdball - das Phänomen la nina

Unsere Serie: „Schon gewusst?! Wetterwissen - Teil 20“

Thema: Land unter rund um den Erdball - das Phänomen la nina
 
Hochwasser, gigantische Überschwemmungen, Schlammlawinen – es vergeht kaum eine Woche, in der nicht aus irgendeinem Teil dieser Welt von massiven und meist von Extremwetter verursachten Naturkatastrophen mit menschlichen Tragödien berichtet wird! Vor allem die riesigen überfluteten Landschaften von der Größe Deutschlands, Frankreichs und Englands zusammen im Nordosten Australiens hatten und haben es in sich.
 
Da drängt sich die Frage auf: wieso und woher auf einmal die vielen Schadensereignisse die allesamt eines gemeinsam haben: sie wurden durch viel zu viel Regen innerhalb kurzer Zeit ausgelöst. Und gegen die gewaltigen Wassermassen in der Ferne nehmen sich die wieder einmal und in regelmäßigen Zyklen hierzulande auftretenden Hochwasser-Situationen vergleichsweise harmlos aus.
 
Dennoch gehen Klimaforscher davon aus, dass es kein Zufall ist, wenn in vielen Erdteilen relativ zeitnah derlei Extrema in ein und dieselbe Richtung auftreten. Man spricht hier vom Gegenstück zum so genannten el nino – dem Phänomen des la nina. Dabei handelt es sich um eine alle 3 bis 8 Jahre auftretende großräumige Abweichung der Wasseroberflächentemperatur im Pazifik vor der Westküste Südamerikas. Sie wird ausgelöst durch veränderte Meeresströmungen.
 
Aktuelle Abweichungen der globalen Meeresoberflächen-Temperaturen:

Bildquelle: http://lwf.ncdc.noaa.gov
 
Da es sich dabei um enorme Flächenausdehnung handelt, beeinflusst diese anders temperierte Wasserzone nicht nur das regionale Klima vor Ort. Sie wirkt wie ein „Fernzünder“ mit Domino-Effekt und löst eine Art Wetter-Kettenreaktion für andere Klimazonen dieser Erde aus! So befinden sich quasi zusammengedrängt äußerst warme Wassermassen vor den Toren Ost-Australiens. Dadurch befindet sich dort seit Wochen ein sehr hohes Energie-Potenzial für die Entstehung und Verstärkung von tropischen Stürmen. So geschehen zuletzt mit den uns allen im Kopf befindlichen Bildern zu den verheerenden Überschwemmungen!
 
Fakt ist außerdem: wir stecken derzeit noch mitten im ausgeprägte Höhepunkt einer solchen la nina-Phase. Das bedeutet: auch in den nächsten Wochen wenn nicht gar Monaten kann es weltweit immer wieder zu derlei immensen und nur schwer in ihrer Dimension vorhersagbaren Mega-Wetterkatastrophen kommen! Weitere potenziell gefährdete Riesengebiete sind nach wie vor der Osten Brasiliens, Indonesien bis Japan und Thailand sowie Teile Indiens.
 
La nina-Wahrscheinlichkeit zwischen Dez. 2010 und Sept. 2011 (BLAUE Säulen!):

Bildquelle: http://iri.columbia.edu
 
Abschließende Frage bleibt sicher: werden auch wir hier in Europa in irgendeiner Weise von den Ausläufern dieser ozeanisch-atmosphärischen Störquelle mit Extremwetter erreicht?! Hier zu muss offen gelassen werden, ob ja oder nein. Die Erfahrung lehrt aber aus den vergangenen Jahrzehnten zweierlei: es gibt immer wieder völlig verquere und extreme Wetterlagen, aber sie erreichen bei Weitem nicht die katastrophalen Ausmaße wie am anderen Ende der Welt…
 
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