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Es ist bereits der zweite Winter in Folge, wo wir in weiten Teilen Mitteleuropas mehr davon bekamen, als viele gerne hätten. Und so manch einer wünscht sich bereits jetzt, wo eigentlich der Hochwinter erst noch bevorsteht, bereits den Frühling herbei. Doch dorthin ist der Weg allein schon rein kalendarisch noch weit. Daher wird uns die feste und kristalline Form des Wassers, zu Deutsch: der Schnee, noch eine ganze Weile mehr beschäftigen, als vielen lieb ist. Was man allerdings beim Schneeschippen leicht vergisst: es handelt sich Flocke für Flocke um einzigartige Unikate von seltener Schönheit! Daher ein paar Worte mehr zum Phänomen Schneeflocke: Liegt die Lufttemperatur nahe am Gefrierpunkt, so werden die einzelnen Eiskristalle durch kleine Wassertropfen miteinander verklebt und es entstehen an einen Wattebausch erinnernde Schneeflocken. Bei trockener Luft kann in kälteren Luftschichten gebildeter Schnee auch bei Temperaturen um 5 Grad noch als Schnee die Erde erreichen, da ein Teil der Flocke sublimiert (sofort verdunstet) und die dafür aufzubringende Energie die verbleibende Flocke kühlt. Andererseits kommt es vor, dass auch bei unter Null Grad Regen fällt, dann als gefrierender Regen. Bei tiefen Temperaturen bilden sich nur sehr kleine Flöckchen, der so genannte Schneegriesel. Die weiße Farbe des Schnees liegt darin begründet, dass der Schnee aus Eiskristallen besteht. Jeder einzelne Kristall ist − wie Eis als solches − transparent; das Licht aller sichtbaren Wellenlängen wird an den Grenzflächen zwischen den Eiskristallen und der umgebenden Luft reflektiert und gestreut. Eine ausreichend große Ansammlung von Eiskristallen mit zufälliger Lagebeziehung zueinander führt damit insgesamt zu diffuser Reflexion; Schnee erscheint daher weiß. Ein ähnlicher Effekt ist beispielsweise auch bei Salz beim Vergleich von Pulver und größeren Kristallen zu beobachten. Der mittlere Durchmesser von Schneeflocken beträgt ca. fünf Millimeter, bei einem Gewicht von 0,004 Gramm. Je höher die Temperatur wird, desto größer werden die Flocken, da die Kristalle schmelzen und zu großen Flocken verkleben. Das Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet für die größte je gesehene Schneeflocke einen Durchmesser von 38 Zentimetern! Fällt eine Schneeflocke auf Wasser, dann erzeugt sie aufgrund der in ihr eingeschlossenen Luftblasen einen schrillen hohen Ton mit einer Frequenz von 50 bis 200 Kilohertz, der für Menschen allerdings unhörbar ist. Große Ansammlungen von flächendeckenden Schneeflocken nennt man bekanntlich Schneedecken. Sie haben eine ungemein große ökologische und klimatische Bedeutung für unser Weltklima! In Gebieten mit einer gut ausgebildeten Schneedecke wird durch die hellere Bodenfarbe mehr Sonnenlicht zurück in die Erdatmosphäre reflektiert, so dass sich der Boden weniger stark aufheizt. Dieser Effekt wird auch als „Albedo“ (Weißheit, Rückstrahlvermögen eines Körpers) bezeichnet. Sie ist bei frischem Schnee am höchsten, nimmt über Gras und Wald ab und ist über großen und tiefen Wasserflächen (Ozeanen) am niedrigsten. Wir kennen diesen Effekt alle bei der unterschiedlichen starken Aufheizung von Autodächern an einem sonnigen Sommertag: Dunkle Lackfarben und die schwarze Konsole werden viel heißer als helle oder gar weiße Oberflächen. Man kann sich also ausmalen, was passieren würde, wenn unser Planet seine weißen Polkappen vollends durch Abschmelzen verlieren würde. Und noch eines: Frisch gefallener Schnee besteht bis zu 95% aus eingeschlossener Luft und bildet somit auch einen guten Wärmeisolator, der Pflanzen unter der Schneedecke vor scharfem Frostwind schützt.
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