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Thema: NAO und NOAA – herzlich wenig Biblisches… Die hartnäckige Kälte samt Schneereichtum und teilweise chaotischen Verhältnissen auf Straßen, Schienen und Flughäfen in weiten teilen Europas stellt bei vielen die Frage: warum ist das auf einmal so und woher kommt diese penetrante Winterwetterlage?! Hierzu kursieren einige meteorologische und klimatologische Erklärungen. Eine davon lautet: NAO. Daher ein paar Sätze zur fachlichen – vielleicht teilweise etwas komplizierten - Erläuterung, um welch bedeutsames atmosphärisches Phänomen es sich dabei handelt: Unter der Nordatlantischen Oszillation (NAO) versteht man die Schwankung des Druckverhältnisses zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden des Nordatlantiks. Geprägt wurde dieser Begriff schon in den 1920er-Jahren. Üblicherweise basiert der NAO-Index heute auf der Differenz der standardisierten Luftdruck-Anomalien zwischen Ponta Delgada (Azoren) und Reykjavík (Island); es sind bzw. waren aber auch andere Referenz-Messstationen gebräuchlich. Er ist ein Maß für die Stärke der Westwinddrift auf dem Nordatlantik, die für das Klima in Europa, besonders im Winter, entscheidend ist. Bei einem positiven NAO-Index (in der 100-Jahre-Grafik die rote Kurve) sind sowohl Azorenhoch als auch Islandtief gut ausgebildet. Dies führt in den meisten Fällen zu einer starken Westdrift, die milde und feuchte Luft nach Europa führt. In Extremfällen bringt diese sogar zahlreiche Stürme mit sich. So resultierten die Winterstürme und Orkane 1999 (Anatol, Lothar, Martin) aus solch einer Lage. Hier die Fieberkurve für NAO der letzten 100 Jahre
 Quelle: wikipedia Bei einem negativen NAO-Index, wie wir ihn bereits im Winter 2009/10 und seit Ende November erleben, sind die Aktionszentren nur schwach ausgeprägt, womit auch die Westdrift "einschläft". So führen häufige Kaltlufteinbrüche aus Nordosten in Mitteleuropa immer wieder zu entsprechend kalten Wintern. Die abgeschwächte Westwinddrift verlagert sich südwärts und führt im Mittelmeerraum zu feuchterem Wetter. Dabei „schwappt die milde Luft zeitweise in den Südwesten Deutschlands und sorgt dort für Tauwetter, während der Norden und Osten im eisigen Griff der Polarluft verharrt. So meldeten beispielsweise Orte in Mecklenburg Vorpommern am Morgen des 20. 12. minus 19 Grad während Freiburg zeitgleich plus 9 Grad hatte! In der Mitte tobt sich dann oftmals die so genannte „Luftmassengrenze zwischen feucht-milder Luft im Süden und frostiger Luft im Norden in Form von unwetterartigen Schneefällen aus! Der größte Flughafen Deutschlands, Frankfurt, und die Thüringische Stadt Gera sowie Hof in Oberfranken mit zeitweise über einem halben Meter Schnee können kann ein Lied davon singen… Der NAO-Index ändert sich zeitlich stark. So gibt es neben den kurzfristigen Schwankungen im Bereich von zwei bis fünf Jahren noch dem überlagerte periodische Schwankungen mit einem Rhythmus von 12-15 Jahren (dekadische Oszillation) und etwa 70 Jahren. Möglicherweise stecken wir in der 2 bis 5 jährigen Phase, was durchaus weitere auffallend kalte Winter für Europa bedeuten könnte. Für Laien leicht zu verwechseln ist NOAA. Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ist die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten. Sie wurde am 3. Oktober 1970 als eine Einrichtung des Handelsministeriums gegründet, um die nationalen Ozean- und Atmosphärendienste zu koordinieren. Ihr Sitz ist die Bundeshauptstadt Washington, D.C.
 NOAA ist sozusagen die US-amerikanische Großvariante des Deutschen Wetterdienstes DWD. Er hat fünf große Unter-Organisationen, bietet durch gesetzliche Verpflichtung unglaublich viele Wetter- und Klimadaten gratis und betreut unter anderem Wetter-Satelliten, die die Erde ständig umkreisen und aktuelle Daten herabfunken oder fotografieren. NOAA betreibt auch einen Unwetter-Alarmfunk. Mit guten Radioempfängern und/oder Amateurfunkgeräten kann der Wetterfunk von NOAA abgehört werden. Zahlreiche Empfänger verfügen über eine automatische Alarmauswertung, ähnlich dem deutschen Verkehrsfunk. Ein derartiges Wetterfunksystem ist in Westeuropa (leider bis dato) nicht vorhanden. Und zu guter Letzt; NOAA macht auch weltweite saisonale Langfristvorhersagen über Temperatur- und Niederschlagstrends; auch für Europa! Und danach hatte sich bereits im September abgezeichnet, dass möglicherweise schon der Dezember ausgesprochen kalt werden würde…
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