Wetterwissen #17 Eine Frage des Glaubens? Vom Einfluss der Mondphasen aufs Wetter…

Eine Frage des Glaubens? Vom Einfluss der Mondphasen aufs Wetter…
 
„Mondwechsel ist gleich Wetterwechsel!“ – diesen Spruch kennen Sie doch alle sicher auch, oder?! Keiner weiß eigentlich, woher er kommt und vor allem: warum er funktionieren soll!
 
Das Kuriose dabei ist: im Zeitalter der hoch-technisierten Naturwissenschaften und gigantisch wachsender Wissenspotenziale durch Multimedia-Netzwerke lässt sich so gut wie keiner mehr ein X für ein U vormachen. Und dennoch halten sich fast mittelalterlich-romantisch anmutende „Zauberformeln“, mit denen die großen komplexen Rätsel der Menschheit, wie zum Beispiel die Frage nach dem plötzlichen Wetterumschwung, erklärt werden sollen.
 
Hier lassen sich Parallelen zu philosophischen Menschheits-Fragen, wie: „was ist Glaube und warum glaubt der Mensch?!“ ziehen. Hierbei soll keinesfalls geringschätzig über die Erfahrungswerte von Generationen und das Feingespür vielen naturbeobachtender Menschen diffamiert oder durch den Kakao gezogen werden! Im Gegenteil: Es dient allein der sachlichen Aufklärung, was nach den uns bestimmenden Naturgesetzen möglich ist – und vor allem, was nicht!
 

Bild: Manfred Rose, pixelio.de
 
Grundsätzlich wirken alle Massekörper, und damit auch der Mond, anziehend. Sie haben eine magnetische Wirkung auf ihre Umgebung; damit auch auf die Erde. Allerdings ist unser Planet um ein Vielfaches größer. Daher wirken die ablenkenden Kräfte des „kleinen“ Trabanten“ namens Mond eher nur geringfügig. Dennoch haben sie definitiv ihre Effekte. Anziehend zu wirken heißt natürlich auch auf Wasser anziehend – oder an anderer Position des Himmels im Vergleich zum Sonnenstand auch in gewisser Weise „abweisend“.
 
Aus diesen Analogien haben die Menschen früherer Zeiten ihre Interpretationen und Schlüsse für die Vorgänge in ihrer Umgebung und damit auch speziell in Bezug auf die Wettergeschehnisse gezogen. Heutzutage wissen wir allerdings definitiv, dass der Mond in seinen verschiedene Phasen in keinster Weise das Wetter in die eine oder andere Richtung beeinflussen oder gar schlagartig verändern kann! Ein so genannter Mondwechsel bedeutet ja nichts anderes, als dass wir auf der Erde wieder mehr oder eben weniger beleuchtete Mondpartien zu Gesicht bekommen. Das zu uns reflektiert Sonnenlicht ist jedoch kein Maßstab für Wettereinflüsse. Allenfalls in minimalster Form die Mond-Erde-Ausrichtung gegenüber unserem Zentralgestirn, der Sonne.
 
Und ganz einfach bzw. logisch lässt sich die althergebracht Wetterregel „Mondwechsel ist gleich Wetterwechsel!“ aushebeln. Man stelle sich vor: auf der ganzen Erde haben wir zeitgleich Vollmond, Halbmond und Neumond. Wie bitte sehr soll sich dann zeitgleich weltumspannend das Wetter ändern, nur weil der Mond wieder in einen neue Phase eintritt?!
 
Kurzum: Glauben ist eine Sache – Wissen die andere. Gänzlich davon unbenommen soll übrigens die nach wie vor umstrittene These bleiben, dass es sehr wohl wetterempfindliche Menschen gibt, die Wetterwechsel – vor allem mit Schnee – spüren! Ebenso ausgeklammert bleiben soll an dieser Stelle, dass manche Menschen unmittelbar vor Mondwechseln (Vollmond/Neumond) unruhig oder schlecht schlafen.
 

Andrea Kusajda, pixelio.de
 
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