Wetterwissen #12 Buntes Treiben im Herbst – warum die Bäume Farben tragen
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Buntes Treiben im Herbst – warum die Bäume Farben tragen
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Fangen wir gleich mal mit einem „PS“ an: Allgemein wird der Oktober wegen des Beginns der Verfärbung der Laubblätter häufig als goldener Oktober bezeichnet. Fälschlicher Weise meinen viele, der Bezeichnung käme vom goldenen Licht, das die Sonne an klaren Schönwettertagen am späteren Nachmittag auf die Landschaft wirft. Doch nun zum Wesentlichen: Zum Ende der so genannten Vegetationszeit - also der Phase vom Knospenaustrieb im Frühjahr bis zum Laubfall im Herbst – gibt es zwei entscheidende äußere Einflussfaktoren, die bei den Laubbäumen die Blattverfärbung einleiten. Die immer kürzeren Tageslängen (Photoperiode) und das abnehmende Wärmeangebot (Thermoperiode). Dabei ist die Temperatur im Wurzelboden das Zünglein an der Waage. Sinkt sie unter 10 bis 8 Grad ab, wird bei den Wurzeln eine Art Schalter umgelegt! Dann sind Botenstoffe durch das Leitsystem des gesamten Baumes bis in die Krone unterwegs, die das Signal zum Rückzug geben. Diese so genannten Phyto-Hormone bewirken, dass in den Blättern der grüne Farbstoff Chlorophyll abgebaut wird und die gelblich-rötlichen Pigmente übrig bleiben. Als nächstes wird quasi die Wassernachschub nach oben abgedreht. Damit welken die Blätter bzw. der Blattstiel löst sich vom Ast – die Blätter rieseln allmählich zu Boden. Gleichzeitig werden die Zuckerreserven in die Wurzeln transportiert und in lagerfähige Stärke umgewandelt. Schließlich braucht es im kommenden Frühling Startreserven! Bei den Nadelbäumen, die ja auch als immergrüne Pflanzen bezeichnet werden, bleiben bei fast allen Arten die Nadeln dran. Einzige Ausnahme in unseren Breitengraden: die Lärche. Sie verfärbt ihre Nadeln gelblich, eh sie allesamt zu Boden fallen. Rückschlüsse aus dem Zeitpunkt der Blattverfärbung und dem Charakter des nachfolgenden Winters gibt es zahlreiche. Schon immer wollten die Menschen Zeichen in der Natur für die Zukunft deuten. Dabei haben sich aus den Erfahrungen über Generationen im Volksmund viele regionale Bauern- oder Wetterregeln entwickelt. Eine davon lautet zum Beispiel: Hält der Baum die Blätter lang, macht ein später Winter bang. Schauen Sie am besten mal in Ihrem Umfeld, wie weit die Herbstfärbung schon fortgeschritten ist; vor allem im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Mit der Deutung der landläufigen Wetterregeln ist es dann allerdings oft so wie beim Besuch verschiedener Ärzte zum Erstellen einer unsicheren Diagnose – jeder sagt etwas anderes und weiß es auch genau zu begründen…!
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