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Thema: Herbst - eine Jahreszeit, aber viele Definitionen! "Es herbstelt..." - diesen Ausspruch kann man manchmal schon gegen Ende Juli hören, wenn draußen kalter Wind und Regenwetter herrschen. Der Grund hierfür liegt sich noch nicht in der bereits wieder abnehmenden Tageslänge ab der Dritten Juni-Dekade. Gerade nach ausgiebigen Hitzephasen hat das frische und satte Frühjahrsgrün in den Weiten der Landschaft oder beim Anblick von Waldrändern zu eher dunklerem bis gräulichen Grün übergewechselt. Trockenheit und Hitze haben Böschungen und Wiesen ausgeblichen und das Gras teilweise verdorren lassen. Auch das Bild der bewirtschafteten Flächen ändert sich meist schon vor Ende Juli sichtbar. Im Laufe des Augusts kommen dann die vielen Maschinen zur Getreideernte hinzu, die Apfelbäume bekommen bei den frühen Sorten mehr und mehr rötliche Tupfen und im Flachland sprießt der Mais je nach ausgesäter Sorte fast beängstigend rasch und hoch in den Himmel. Spätestens dann reißen markantere Kälteeinbrüche einen endgültigen Graben zwischen dem typischen Hochsommer und dem Spätsommer auf, in dem die Nächte einfach nicht mehr die laue Stimmung halten können; manchmal wabern auch schon dichtere Frühnebelfelder. Kurioser weise sprechen wir aber oft rein kalendarisch noch immer per Definition vom Sommer! Die Meteorologen und Klimatologen wollen uns zwar weißmachen, dass akkurat am 1. September der Herbst begänne; aber das ist vom Jahresgang der Sonne und damit astronomisch schlichtweg falsch. Der korrekte Termin des offiziellen Herbstanfangs ist und bleibt die so genannte "Tag-und-Nacht-Gleiche", also der 22. oder 23. September. Und jetzt mit Verlaub kurz etwas Fach-Chinesisch, für diejenigen, dies ganz genau wissen wollen: Je nachdem ob der Herbst auf der Süd- oder der Nordhalbkugel (Hemisphäre) herrscht, unterscheidet man zwischen Südherbst und Nordherbst. Aufgrund des wandernden Zenitstandes der Sonne zwischen südlichem und nördlichem Wendekreis, wiederholt sich der Herbst in jeder Hemisphäre mit einem jährlichen Turnus. Es ist daher auch möglich, aus einem Südherbst einen Nordfrühling zu folgern und umgekehrt. Astronomisch beginnt die Übergangsjahreszeit mit dem so genannten Herbst-Äquinoktium - auf der Nordhemisphäre am 22. oder 23. September, auf der Südhemisphäre am 20. März oder in der Nacht zum 21. März. Der Herbst endet mit der Wintersonnenwende (21. oder 22. Dezember auf der Nordhalbkugel, bzw. am 21. Juni im Süden).
 Bildquelle: Wikipedia Da die Umlaufbahn der Erde um die Sonne um 1,7 Prozent von einer Kreisbahn abweicht, sind die 4 Jahreszeiten nicht ganz gleich lang. Dies wirkt sich auch etwas auf den phänologischen Herbstbeginn aus, der klimatisch vom astronomischen abweichen kann. Man unterscheidet hierbei auch zwischen dem Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst. Das Wort Herbst ist verwandt mit dem englischen Begriff harvest, lateinisch carpere (= pflücken, Ernte) und griech. karpós (Frucht, Ertrag). Es kommt von indogermanisch sker (= schneiden). Ursprünglich bedeutete Herbst „Zeit der Früchte“, „Zeit des Pflückens“, „Erntezeit“. Durch die nun deutlich abnehmende Tageslänge und die kühlen Nächte wird in den Pflanzen, vor allem in den Bäumen, ein anderer Hormonmix aktiviert. Dann lösen diese so genannten Phyto-Hormone diverse Prozesse aus: Es verfärben sich die Blätter an den Bäumen, bevor sie dann abfallen. Ursache ist der langsame Rückzug der Pflanzensäfte in den Stamm bzw. in die Wurzeln. Dort wird der Zucker in Stärke umgewandelt und als Startreserve für das nächste Frühjahr eingelagert. Das Chlorophyll (für die grüne Farbe) wird in den Blättern abgebaut und andere Blattfarbstoffe sorgen für die bunte Färbung. Bei diesen Farbstoffen handelt es sich z. B. um Carotinoide und Anthocyane. Teils sind sie im Blatt bereits vorhanden, teils werden sie neu gebildet, so bei den Anthocyanen. Die Farbstoffe haben während der Vegetationsperiode eine Lichtschutzfunktion für das Blatt. Fazit: Herbst ist trotz aller schlauer Begriffe und Erklärungen für uns meistens dann, wenn wir es so empfinden...! Und ob er unmittelbar bevorsteht, nur eine weitere Stippvisite macht oder sich schlichtweg noch ein Weilchen Zeit lässt, sehen Sie tagtäglich unter www.mr-wetter.de!
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