Wetterwissen #13 Wetter auf den Kopf gestellt – Inversionslagen und warum sie ganz normal sind

Unsere Serie: Schon gewusst?! Wetterwissen - Teil 13

Wissen, Wetter, Maschinenring

Thema: Wetter auf den Kopf gestellt – Inversionslagen und warum sie ganz normal sind
 
Wer gerne in den Bergen ist, kennt dieses Phänomen im Herbst allemal: unten hängt alles in dichtem und feucht-kühlen Nebelgrau, oben erstrahlt die ferne Berg-Kulissenlandschaft unter knallblauem Himmel mit herrlicher Fernsicht und lauem Lüftchen! Eigentlich dürfte das rein wettertechnisch gar nicht sein, denn die Formel für die untere Atmosphäre lautet „Temperaturabnahme mit der Höhe“!
 
Es gibt allerdings Zeiten und vor allem Wetterlagen, wo diese Regel buchstäblich boykotiert wird: Im Herbst und Winter sorgen windschwache Hochs bei viel längeren Nächten für eine massive Auskühlung der bodennahen Luftschichten. Diese erzeugen dann so genannte Kaltluftseen, oftmals zusätzlich angereichert mit Feuchtigkeit. Das erleben wir dann als Boden- oder Hochnebel.
 
Insbesondere der Hochnebel hat zunächst rein gar nichts mit einem eventuell zugleich vorhandenen Hoch in der betreffenden Region zu tun. Es heißt deshalb so, weil er eben vom Boden abgehoben als eine Art Wolkendecke existiert. Diese Wolkendecke in wenigen hundert Metern über Grund stellt die Sperrschicht zwischen der feucht-kühlen Luft unten und der trocken-warmen darüber dar. Dabei macht die Temperatur innerhalb von oft nur 50 Metern aufwärts einen richtigen Sprung nach oben. Das kann man beim Durchwandern oder Bergsteigen direkt erleben – und mit zunehmender Sicht auf die Sonne genießen!
 
Hintergrund ist die physikalische Tatsache, dass die feucht-kalte Luft in Bodennähe als Gasgemisch dichter und damit schwerer als die darüber lagernde trocken-milde Luft ist. An einer derartigen regionalen Wetterkonstellation ändert sich erst dann etwas, wen Schwung in die Atmosphäre kommt; also zum Beispiel mehr Wind durch ein sich annäherndes Tief oder eine Regenfront. Im Winter sorgt eine derartige Wetterlage bei mehrtägiger Andauer oftmals für Frust und Frösteln im Flachland, während man auf den Höhen bei Plusgraden strahlendem Sonnenschein frönen darf.
 
Kuriosum am Rande: kommt dann zum Ende einer solchen trüben Dauerfrost-Winterwetterlage eine Regenfront vom Atlantik und macht es auf den Bergen schlagartig kälter, spricht man im Meteorologen-Deutsch von einer so genannten „maskierten Kaltfront“; eben weil sie unten gar nicht mit Kälte, sondern eher mit milderer Luft eintrifft. Fatal für Autofahrer und Fußgänger ist dann der Nebeneffekt, dass es anfangs aus den milderen höheren Luftschichten in die Frostluft in Bodennähe hineinregnet und für Blitz-Eis sorgen kann…!
Auch dies können Sie gegebenenfalls per Mausklick in unserer Serviceseite www.mr-wetter.de für Ihre Region kurzfristig und rechtzeitig erspähen…
 

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