Wetterwissen #01 Singularität

Unsere neue Serie: „Schon gewusst?! Wetterwissen - Teil 01“





























Wenn etwas beim Wetter in ähnlicher Zeit und ähnlicher Weise in 7 von 10 Fällen vorkommt, nennt das der Klimastatistiker „Singularität“. Das sind zum Beispiel die wohl bekannten „Eisheiligen“. Sie stehen in jedem Bauern- und Wetterkalender seit alters her. Im Grunde sind es vier Gesellen, weil man Mammertus am 11. Mai vorweg für den Norden Deutschlands schon einbezieht und die Kalte Sophie am 15. im Süden hinterher schiebt.

Warum? Weil die Kälteeinbrüche bekanntlich aus nördlichen Breiten kommen und daher zuerst im Norden wirksam werden. Zuletzt sind dann der Süden Bayerns und Baden Württembergs sowie die Alpen dran.

Zwei Fehler sollte niemand machen:
1. zu glauben, die Eisheiligen kämen jedes Jahr und
2. sie kämen immer vom 11. bis zum 15. Mai!
Das hat sich – vermutlich auch wegen der generellen Klimaänderungen – in den vergangenen 30 bis 40 Jahren deutlich gewandelt.

Seit dem sind die Eisheiligen eher seltener und oft sanftmütiger geworden; und wenn sie per Großwetterlage doch kommen, dann häufig 5 bis 10 Tage früher, als kalendarisch vorgesehen. Das ist regional nur dann von Vorteil, wenn die Vegetation, so wie ausnahmsweise dieses Jahr, um ein paar Wochen hinterher hinkt. Hier sind die Blüten (noch) nicht so spätfrostgefährdet. Auf der anderen Seite droht mit jeder verfrühten Woche Eisheilige ein größeres Risiko für Nass-Schneefälle in den Alpen und/oder Mittelgebirgen bis in höhere Tallagen. Kommt zum Beispiel eine so genannte „V-b-Lage“ hinzu, also ein Genua-Tief, das seine Zugbahn quer über die Alpen nordostwärts nimmt und zu Dauer-Niederschlägen führt – dann ist sogar mitten ins frische Grün Schneebruch möglich!

Brandaktuell übrigens: die Eisheiligen sind diesmal ausgesprochen früh dran; voraussichtlich gleich in der ersten Maiwoche! Und: auch das erwähnte Genua-Tief liegt im Bereich des Möglichen…

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