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„Umkehren, wenden, wirbeln, drechseln“ auf Spanisch, Großtrombe, Wind- oder Wasserhose, in den USA umgangssprachlich auch Twister – all das steht für Tornado. Dabei handelt es sich rein wissenschaftlich um einen kleinräumigen Luftwirbel in der Erdatmosphäre, der eine annähernd senkrechte Drehachse aufweist und im Zusammenhang aufsteigenden Haufenwolken (Cumulus) und amboßartigen Gewitterwolken (Cumulonimbus) steht. Der rüsselartige Wirbel erstreckt sich dabei bei durchgehend vom Boden bis zur Wolkenuntergrenze. Er ist umso mehr zu erkennen, je stärker er ist und je mehr Material oder Wasser er nach oben saugt. Auf manchen großen Freiflächen sieht man in trockener Hitze dagegen so genannte Kleintromben, auch Staubteufel genannt. Wind- und Wasserhosen bezeichnen im deutschen Sprachraum eine Großtrombe (Tornado im weiteren Sinne) über Land oder größeren Wasserflächen (Meer, große Binnenseen). Windhose ist dabei ein Synonym für einen Tornado im engeren Sinne, also über Land. So – ist nun die Verwirrung perfekt? Keine Bange, dann geht es Ihnen wie vielen laienhaften wetterinteressierten – von manchen, eigentlich zur Belesenheit verpflichteten Boulevard-Journalisten ganz zu schweigen. Wie dem auch sei – es gibt verschiedene Stärkestufen von F0 bis F5, die Windgeschwindigkeit und Zerstörungspotenzial definieren. In Deutschland werden im Schnitt etwa 10 echte Tornados pro Jahr beobachtet, in den USA 1000 bis 1200. Diese sind aber von völlig anderem Kaliber als hierzulande!
 Tornado in Micheln am 23. Juni 2004; Quelle: Alexander Hildebrand Das große Problem bei Tornados ist, dass man sie im Grunde erst maximal eine Stunde vor ihrer konkreten Entstehung entlang einer Gewitterwalze regional vermuten und dann gegebenenfalls per Medienwarnung ankündigen kann. Die landläufige Meinung, Tornados hätte es früher kaum gegeben, ist übrigen schlichtweg falsch. Früher gab es nur wesentlich weniger technische Möglichkeiten der Nachrichtenverbreitung, ein geringeres öffentliches Interesse an derlei Wetterphänomenen und auch viel weniger „Gewitterjäger“, die sich ihr Vorbild bei den nordamerikanischen storm chasern genommen haben und bei Beobachtung vor Ort gleich den nächstbesten Radio- oder TV-Sender informieren. Allerdings sind versierte Klimaforscher durchaus der Ansicht, dass im Zuge des Klimawandels und er globalen Erwärmung das Risiko zur Entstehung von stärkeren Tornados entlang von Unwetterfronten zwischen heißer und kälterer Luft auch in und um Deutschland zunehmen wird.
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