Wetterwissen #04 Global zu warm und hier zu kalt ...
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„Schon gewusst?! Wetterwissen - Teil 04“
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Thema: Global zu warm und hier zu kalt – warum die Wahrheit im Widerspruch liegt.
Seit Januar kommen die eifrigen Wetterdaten-Statistiker für weite Teile Mitteleuropas und speziell Deutschland häufig zum Fazit: verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt (30 Jahre) fast immer zu kalt! Das alleine wäre mit Blick auf über 230 Jahre Temperaturmessung beileibe nicht außergewöhnlich. Die Klimakurve verläuft mit ausgesprochen zackigem Auf und Ab; und plausible Erklärungen für wiederkehrende Zyklen oder gar Prognosen positiver wie negativer Abweichungen der Monats- oder Jahresmitteltemperaturen gibt es nur wenige. Oft genug sind sie hart an der Grenze zu fixen Ideen oder herbei gerechneten Deutungsversuchen.
Kopfschütteln und Rätselraten erzeugen allerdings mit schöner Regelmäßigkeit auftauchende Meldungen, dass 2010 zum wiederholten Male weltweit gesehen zu warme Monate liefert! So kann sich die landläufige Bevölkerung einfach keinen Reim darauf machen, wieso dann sogar noch im Mai immer wieder die Heizung angeschaltet werden musste und mangels Wärme und Sonnenschein die Spargelsaison nur stotternd in Gang kam – vom hohen Preisniveau ganz zu schweigen. Das ist eben die Krux, zum einen Wetter und Klima in einen Topf zu werfen und zum anderen Witterungsphasen nur von der eigenen Scholle aus einzuordnen. Kaum ein anderes weltweites Phänomen ist derart örtlich wie zeitlich gegensätzlich und dennoch total miteinander vernetzt wie die atmosphärischen Vorgänge auf unserem Planeten, kurz: das Wetter!
Der weitere Pferdefuß ist die Manie der Statistik, aus allen noch so extremen Einzelwerten ein Mittel zu bilden und als Maßstab für Trends zu erheben. So geht praktisch die „tägliche Wetterwahrheit“ im Monatsmittel völlig unter und hinterlässt einen wenig aussagekräftigen plattgerechneten Sammelwert. Doch damit nicht genug: Rund um den Erdball werden auf diese Weise abertausende Einzeldaten zu Bilanz-Punkten auf einem riesigen globalen Gitternetz umgemodelt. Einerseits fundamental für Klimaforscher, anderseits ein Eldorado für sensationsgierige Medien-Multiplikatoren. So stimmt es wohl, das global (!) gesehen 2010 bislang eine Serie von zu warmen Monaten abgeliefert hat; schaut man jedoch genauer hin, entpuppt sich die bis zur Unkenntlichkeit vergröberte Schlagzeile als zu oberflächlich. Die zu kalt ausgefallenen Regionen können nur die vielen zu warmen Bereiche bei weitem nicht ausgleichen. Dabei sitzen offensichtlich gerade wir in Mitteleuropa in diesem Jahr in einer Art feucht-kühlen „Großwetterlagen-Falle“. Ob dies so weitergeht, bleibt abzuwarten. Am besten, Sie machen sich regelmäßig über unsere Service-Seite www.mr-wetter.de Ihr eigenes Bild.
Viel Erfolg und ein gutes Gespür wünscht Ihnen
Ihr MR-Wetterexperte Christian König
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