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Extremschneefälle in mittelitalienischer Stadt Urbino 450m NN, ca. 215cm Schneehöhe); Quelle: wzforum; Alex Brusino, 11.02.12
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Hätte Ihnen jemand nach der Weihnachtszeit, ja sogar noch gegen Ende Januar, geweissagt, dass fast ganz Europa in Eiseskälte erstarrt, in Deutschland verbreitet mehrmals unter minus 20, im Oberallgäu und Erzgebirge sogar fast minus 30 gemessen werden - Sie hätten ihn sicher für verrückt erklärt...! Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. So albern dieser Spruch klingen mag; sein Wahrheitsgehalt ist gerade in unseren so genannten "gemäßigten Breiten" verblüffend. Über das zweischneidige Thema Statistik ist an dieser Stelle bereits öfter berichtet worden. Nun kam und kommt ein weiterer Mosaikstein hinzu. Selten hat sich das Naturgesetz, das alles nach Ausgleich strebt, derart massiv, verbreitet und ausgiebig nachvollziehen lassen, wie in diesem denkwürdigen Winter.
 Neckar bei Heidelberg am 11.02.12 - seit 1949 erstmals wieder komplett zugefroren, wird jedoch immer mal wieder von einem Eisbrecher befahren. Quelle: wzforum.de Zuerst zwei extrem milde, windige und niederschlagsreiche "Wintermonate" Dezember und Januar - jeweils mit Temperatur-Anomalien von rund 2 bis 4 Grad über Normal. Aber dann der Februar; so war er für ganz Deutschland gemittelt 10 bis 12 Grad kälter als im langjährigen Durchschnitt. Damit war es die kälteste erste Februardekade (01.-10.) seit mindestens 1956, vielerorts aber sogar seit 1895. Ähnlich kalt war es 1917, 1929 und 1947 (im Norden stellenweise auch 1940 und 1954). Vereinzelt gab es sogar Allzeit-Minus-Rekorde für die erste Dekade - und da reichen die Messreihen in einigen Orten immerhin bis 1870 zurück! Zugleich boten einige Regionen im Rhein-Main-Gebiet, in Mainfranken und im Saarland nach 10 Tagen bereits über 100% des Solls an Sonnenscheinstunden! Auslöser war das in allen Medien präsente russische Dauerhoch DIETER. An dessen Südflanke gelangte quasi wie auf einer mehrspurigen Autobahn arktische Kaltluft auf direktestem Wege ohne Erwärmung über Meeresflächen zu uns nach Deutschland und weiter bis ins Mittelmeer. Kein Wunder also, dass zusammen mit der Feuchtigkeit dort gigantische Schneetiefs ihre verheerenden Kreise zogen!
 Übersicht der Temperatur-Anomalien in Europa vom 25.01. bis 01.02.12 per Satellit Quelle: scienceblogs.de / NASA Hier ein paar Fallbeispiele: Am Genfer See machte die eisige Brise leichtsinnig am Ufer geparkte Fahrzeuge zu bizarren Eisskulpturen. Selbst in Nord-Sahara war Frost fällig. Am Flughafen Algier - immerhin an der algerischen Mittelmeerküste - rückten unter Palmen-Alleen umfunktionierte Räumfahrzeuge aus, in der mittelitalienischen Provinzstadt in lächerlichen 450 Metern Seehöhe lagen in den steilen Gassen bis 215cm Schnee...! An dieser Stelle zum guten Schluss ein skurriler klima-statistischer Effekt: sollte der Februar in der Bilanz für Deutschland ein Flächenmittel bei den Lufttemperaturen von mehr als 5,88 Grad unter dem langjährigen Durchschnitt aufweisen, folgt folgende Einstufung: dann war der Winter 2011/212 tatsächlich offiziell "zu kalt" - und das nach zwei derart extrem milden und (im Flachland) schneelosen Monaten zuvor. Wie sehr sich Ihre Region vor Ort kurz- und mittelfristig davon unterscheidet, können Sie rund um die Uhr auf unseren Service-Seiten unter www.mr-wetter.de verfolgen.
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