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Hoffentlich haben Sie es ganz fest in Ihrem romantischen Erinnerungsalbum abgelegt – ob per Fotos oder im Inneren: denn weißen Weihnachten in ganz Deutschland unterhalb von 600 Höhenmetern, so wie anno 2010, sind (fast) so rar, wie wenn Sie im nächstbesten Flussbett einen Bernstein finden würden…! Dieses Mal ist im Prinzip alles wieder beim Alten; nicht einmal ungewöhnlich, sondern eher die klimastatistische Normalität. So gibt es im Jahresverlauf rund ein halbes Dutzend so genannter Singularitäten. Das sind nachweislich gehäuft auftretende Witterungsabschnitte einer bestimmten Ausprägung. Zum Beispiel: Märzwinter (Kälterückfall Anfang März, die Eisheiligen (Spätfröste Mitte Mai), Schafskälte (Regen und Kälte erste Junihälfte) oder Altweibersommer (warmes Schönwetter ab Mitte September). Nun also haben wir es wieder mit dem berüchtigten „Weihnachts-Tauwetter“ – böse Zungen sagen auch gerne: „-Sauwetter“ – zu tun. Was passiert da, und warum auch dieses Jahr wieder? Es ist eine überdurchschnittliche Eintrittswahrscheinlichkeit für eher westliche Großwetterlagen, bei denen via atlantische Tief-Rennbahn (Jet-Stream) quasi im Schweinsgalopp Regenfronten mit angewärmt feuchter Luft auf direktem Wege bis ins zentrale Europa gelangen. Derlei geschieht unter normalen Umständen sowieso in 60-70% aller Tage – zumindest war es in den vergangenen 100 Jahren meist so. Daher ist es um ein Vielfaches sicherer, genau auf diese Tauwetterperiode zu tippen, als auf Schnee und Kälte im Dezember. Blick auf die Zirkulationsströme über der Nordhalbkugel in der oberen Troposphäre zum 27.12.2011:
 Quelle: ECMWF/DWD, Plot FU Berlin Nach derzeitigen Auswertungen existiert dieser Tage der stärkste so genannte „Polarwirbel“ in der obersten Schicht der Wetteratmosphäre (Troposphäre) seit Beginn der Archivierungen 1948! Dieses gigantische, sich gegen den Uhrzeigersinn drehende thermo-dynamische Schwungrad arbeitet zwischen Nordamerika und Europa. Das ist letztendlich die Hauptursache für die schlagartige und massive Umstellung auf Westwetter seit Ende November auch bei uns. Somit müssen wir uns daher wohl oder übel in vielen Regionen auf ein stink normal windig-nass-kaltes Gemisch zur Bescherung, zum Gang in die Heilige Messe und/oder zur traditionellen Tour zu den mehr oder minder nahen Verwandten an den beiden Feiertagen abfinden. Foto von der Eube im Bereich Wasserkuppe:
 Quelle: G. Hauser, wzforum.de Besser weg kommen naturgemäß die höheren Regionen in den Mittelgebirgen vom Harz bis zum Bayerischen Wald und Schwarzwald. Dies zum Einen, weil dort einfach zuvor wesentlich mehr Reserven angelegt wurden, die gar nicht so schnell wegtauen könnten, wie es rein regnet oder mit einem plus-gradig temperierten Lüftchen abgeschmolzen wird. Zum Anderen schneit es oberhalb von etwa 600 bis 800 Metern Höhe einfach wesentlich häufiger als in den Niederungen – vom norddeutschen Tiefland ganz zu schweigen! Hier müsset schon Frostluft aus Skandinavien oder Russland geliefert werden, damit es trotz Meeresnähe nachhaltig weiß bliebe. Manchmal hat es dies ja bekanntlich in der Vergangenheit geschafft, aber eben sehr selten… Und in diesem Witterungsablauf seit Herbst sind die Würfel im Prinzip ausgerechnet mit dem Eintritt in die besinnlich-vorwinterliche Adventszeit genau in die falsche Richtung gefallen: Da schlug das Wetterpendel dermaßen radikal in die exakt entgegen gesetzte Richtung zum wochenlangen Sonne-oder-Nebel-Gedümpel seit Oktober, dass es einem vorkam, wie wenn die Wetterküche nun alles an Westwetter im Zeitraffer nachholen wollte…! Sogar ein „Orkan-Verschnitt“ Marke Kyrill oder Lother wurde mit eingebaut – gottlob einigermaßen glimpflich (Joachim hieß das Exemplar). 16-Tage-Trendkurven zur Lufttemperatur in ca. 1500 Metern Höhe sowie Niederschlagsmengen für Frankfurt am Main:
 Quelle: wetterzentrale.de Man konnte beim Blick auf die Mittelfrist-Prognose-Varianten der gut ein Dutzend Wettermodelle auch blind Karten ziehen können, so derart unklar und zufällig wurde und wird (!) hier beim Wunsch nach präzisen Punkt-Termin-Prognosen zum Abend des 24.12. gerechnet! Es kann also unterhalb von ca. 800 Metern tatsächlich fast auf die Stunde und die 1001x100-km-Region ankommen, ob es an Heilig Abend noch oder gerade zufällig wieder weiß ist! Schauen Sie also gerne so oft wie Sie wollen auf unseren Service-Seiten unter www.mr-wetter.de rein und nach, ob es vielleicht gerade bei Ihnen doch noch mit der (draußen) weißen Bescherung klappt. Nichtsdestotrotz sollten wir uns aber bei all dieser Wetter-Philosophiererei über eines im Klaren sein: So lange so etwas noch maßgeblichen Einfluss auf die Weihnachtsstimmung haben kann, befinden wir uns im Vergleich zum überwältigend größeren Teil der Weltbevölkerung auf einer Insel der Seligen… In diesem Sinne ein frohes und besinnliches Fest - ob mit oder ohne Schnee…!
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