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„Schluss mit lustig – warum ab jetzt die Post ab geht…!“ Vorweg noch ein paar Nachträge einem denkwürdigen November: Es war in weiten Teilen des östlichen Mitteleuropas samt Tirol ab dem Inntal ostwärts sowie in unseren unmittelbaren östlichen Nachbarländern der niederschlagsärmste November seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen – und das ist immerhin 1881 gewesen! Irreführender Weise wurde aber in den Medien zum Teil von „Dürre“ gesprochen. Dies ist natürlich per Definition blanker Unsinn; denn Dürre kann nur auftreten, wenn etwas verdorrt. Und sowohl in der Landwirtschaft als auch in den Wäldern ist zum Ende der Ernte- bzw. Vegetationszeit bei den meisten Pflanzen keine Verdunstung mehr im Gange. Flächendarstellung der Niederschlagssummen in Mitteleuropa im November 2011:
 Quelle: www.wetteronline.de Ausnahme bilden die so genannten Coniferen, also die Nadelbäume, bei denen ganzjährige „Atmung“ der Blattorgane – in diesem Falle der Nadeln stattfinden kann. Wenn es also sehr sonnig und mild ist, kommt tatsächlich auch im Spätherbst in den Mittagsstunden eine leichte Photosythese in Gang, die zu geringer Wasserverdunstung aus den Zellmembranen und Leitgefäßen führt. Regional dürfte dies nicht überrascht haben, denn immerhin war dieser November zugleich der weit-sonnigste in den vergangenen 30 Jahren und der sonnigste seit 1989…! Flächengemittelten Niederschlagsmengen und deren Abweichungen für November 1981 bis November 2011:
 Quelle: www.wetteronline.de Wie allerdings bereits im Oktober „geunkt“, ist bei derart konstanten Großwetterlagen mit dem Pendel über Wochen in fast nur die eine – hier stabile und weitaus zu milde Richtung – irgendwann die ausgleichende Gegenbewegung zu erwarten. Und nun ist sie da! Der Spätherbst holt nur quasi komprimiert und im Schnelldurchlauf alles nach, was er fein säuberlich verteilt eigentlich seit Ende September hätte liefern können oder sollen. Aus der Vogelperspektive und mit gezieltem Fokus auf die Windbänder in der entscheidenden Atmosphärenstufe für die Zirkulationsmuster auf der Nordhalbkugel in etwa 5,5 Kilometern Höhe lässt sich dieser Trend eindrucksvoll nachvollziehen: Da schlingert der so genannte Jet-Stream, also eine Art hyperschnelle Rennbahn für Tiefs von der Ostküste der USA über den Atlantik bis nach Europa, wie ein langes Stoffbändchen bei der rhythmischen Sportgymnastik im Wind…! Momentaufnahmen der Höhenströmungen über dem Atlantik und Europa mit Windgeschwindigkeiten in ca. 5,5 km Höhe: 07.12.2011:
 09.12.2011:
 12.12.2011:
 Quelle: www.weather365.net Angetrieben vom mittlerweile extremen Temperaturgegensatz zwischen den ausgekühlten polaren Breiten und dem noch relativ warmen Südatlantik wird die Energie für thermo-dynamische Prozesse immer wieder neu entfacht. Dabei heraus kommen laufend neue „Geburten“ von zunächst kleinen und dann auf ihrem Weg Richtung Europa immer heftiger werdenden Tiefs. Zusätzlicher Beschleuniger ist eben jener Jet-Stream, der auch kleinere „Schnell-Läufer“ über Großbritannien und die südliche Nordsee vor sich herjagt. Deutschland und seine teils quer gestellten Hindernisse in Form der Mittelgebirge oder Plateaus, wie die Oberlausitz, die Schwäbisch-Fränkische Alb oder das Alpenvorland mit Leitplanken-Effekt durch die Alpenkette sind dann unmittelbar für Spitzenböen ausgeliefert… Und nach allem, was aktuell an Mittelfrist-Vorhersage-Daten vorliegt, wird sich diese Großwetterlagenkonstellation noch eine Weile bei uns austoben – im „schlimmsten“ Fall fast den ganzen Dezember hindurch, und damit auch über Weihnachten. Momentaufnahmen der Höhenströmungen über dem Atlantik und Europa mit Windgeschwindigkeiten in ca. 5,5 km Höhe vom 07., 09. und 12.12.2011:
 Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov Für eine derartige Annahme spricht auch die positive Abweichung der bereits öfter an dieser Stelle beschriebenen „Nordatlantischen Oszillation NAO“. Positiv heißt eben in unserem Fall von West nach Ost und nicht quer oder meridional, also von Nord nach Süd/Süd nach Nord oder gar aus Osten. Da versteckt sich im Übrigen „unser Winter“ – ganz anders als genau vor einem Jahr. Am besten, Sie überprüfen diese These für Ihren Standort durch regelmäßiges Reinklicken auf unsere Service-Seiten unter www.mr-wetter.de.
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