Wetterwissen #38 „Licht ist nicht gleich Licht – von der Faszination optischer Phänomene…!“
„Licht ist nicht gleich Licht – von der Faszination optischer Phänomene…!“
Von nun an geht’s bergab! Damit ist nicht der aktuelle Börsenkurs oder die Perspektive der Weltwirtschaft gemeint; das Thema dreht sich um unser aller Lebenselixier – das Sonnenlicht! Ist erst mal die Tag-und-Nacht-Gleiche vorüber, ähnelt die Kurve der täglich möglichen Sonnenscheindauer einer Schussfahrt auf der Achterbahn. Tagtäglich schrumpft die Phase zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang um locker 2 bis 3 Minuten…
Umso mehr spielt das Licht in der unerbittlich nahenden kalten und eher düsteren Jahreszeit eine immer zentralere Rolle – sei es für die Pflanzen- oder Tierwelt oder die Gemütsverfassung von uns Menschen. Tageslicht ist und bleibt die existenzielle Basis für Leben und zum Überleben – von extremistischen Tiefseegattungen mal abgesehen!
Doch neben diesen lebensnotwendigen Aspekten hat das sichtbare Licht – und um diesen so genannten Spektralanteil der Wellenlängen soll es nun gehen – schlichtweg spielerische optische Facetten. Je nachdem, wie sehr man zu den aufmerksamen Natur- und Umweltbeobachtern gehört, fallen diese Phänomene wie selbstverständlich auf oder eben nicht. Ganz abgesehen von der unfreiwilligen Wahrnehmung der Blitze und des beleuchteten Mondes gibt es zahlreiche Besonderheiten, sowohl tagsüber wie auch nachts:
Jeder kennt das Phänomen „Regenbogen“. Er ist eine Lichtbrechung an den Wassertröpfchen, durch die alle sichtbaren Farbanteile aufgesplittet werden. Allerdings ist der Regenbogen nur dann zu sehen, wenn die Sonne leicht abgesenkt im Rücken des Beobachters steht. Verschwindet die Sonne hinter Wolken und es entsteht Schatten oder fällt der Regenvorhang im Blickfeld weg, bricht auch der Regenbogen zusammen!
Ebenfalls in Regenbogenfarben leuchten manchmal linsenförmige, speziell bei Segelfliegern wegen der turbulenten Luftströmungen und Fallwinde äußerst unbeliebte Wolken – die so genannten lenticularis, im Volksmund auch „Föhnfische“ bezeichnet. Auch ist Lichtbrechung an den feinen Wassertröpfchen am Werk, die zu einer vorübergehend bunt leuchtenden Wolkenumrandung führen kann.
Ein weiteres Phänomen in lokalen Regenbogenfarben am Firmament sind so genannten Halo-Erscheinungen (griech. halo = Lichthof). Die Ursache sind Brechung und Spiegelung von Licht an sechseckigen Eiskristallen. Sie stellen für das Sonnenlicht ein Prisma dar. Das weiße Sonnenlicht tritt an einer Seite dieser Eisprismen ein und an der übernächsten Seite wieder aus. Beim Ein- und Austritt wird das Licht in einem Winkel gebrochen, der von der Wellenlänge abhängt. Je nachdem entstehen weißliche oder an Regenbogen erinnernden Farbverläufe. Am häufigsten und auffälligsten ist dabei der helle Ring um die Sonne bei Schleierwolken.
Ferner gibt es die so genannten „Nebensonnen“. Zu sehen sind sie im Abstand von etwa 22° links oder rechts, manchmal auch beidseitig, neben der Sonne zu sehen. Der Beobachter hat dabei den Eindruck, es befinde sich neben der Sonne eine zweite, schwächere.
Nach ähnlichem Physikalischem Strickmuster funktionieren die Lichteffekte auch bei der reflektierenden nächtlichen Lichtquelle am Himmel, dem Mond – speziell in der Zeit um Vollmond. Am meisten bekannt ist dabei der „Hof um den Mond“. Diesem Phänomen wird sogar in Bauern- und Wetterregeln im Volksmund eine gewisse prognostische Bedeutung beigemessen. So heißt es da: Hat der Mond einen Hof, schlägt das Wetter um (zu mehr Wolken, Regen oder Schnee). Hintergrund ist die Tatsache, dass sich ein Wetterumschwung hin zu Tiefs zu allererst in hohen Luftschichten ankündigt. Dort trifft die Feuchtigkeit in Form von feinen Schleierwolken (Cirren) aus Eiskristallen zuerst ein. Damit ist bei Vollmond die Voraussetzung zur Lichtbrechung geschaffen.
Schließlich sei neben vielen anderen optischen Erscheinungen, wie der Morgen- und Abendröte sowie dem Polarlicht, noch die Fata Morgana oder Luftspiegelung erwähnt. Sie entsteht durch Ablenkung des Lichtes an unterschiedlich warmen Luftschichten. Es handelt sich dabei um ein physikalisches Phänomen und nicht um eine optische Täuschung!
In unseren gemäßigten Breiten beobachtet man Spiegelungen häufig in Bodennähe über dunklen Flächen, zum Beispiel an brütend heißen Hochsommertagen auf Asphaltstraßen (auch Mirage genannt). Wegen ihrer dunklen Farbe heizen sie sich in der Sonne auf, und mit ihr die Umgebungsluft. Darüber liegen kühlere Luftschichten. Auf der Straße spiegeln sich Gras, Häuser und Autos. Motorsportfans haben oft schon bei Rennen der Formel 1 diese Trugbilder gesehen, wenn in großer Hitze eine lange gerade Strecke im Bild ist und die Oberfläche zu vibrieren scheint. Manchmal kann man bei diesen TV-Übertragungen sogar die Spiegelung sehr gut erkennen. Auch Vergrößerungen und Mehrfachspiegelungen sind möglich, wodurch die gespiegelten Objekte wieder aufrecht erscheinen. Seefahrer früherer Jahrhunderte nannten solche Erscheinungen bei Schiffen auch „fliegende Holländer“…!
Ob Regenbogen, Halo oder Fata Morgana – lassen Sie sich nicht täuschen; Ihre reale Informationsquelle für das aktuelle Wetter ist und bleibt unsere Service-Seite www.mr-wetter.de!
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