Wetterwissen #41 „Fasching am Nachthimmel? Faszinierendes Phänomen Polarlicht…!“

„Fasching am Nachthimmel? Faszinierendes Phänomen Polarlicht…!“
 
Die Älteren unter den Lesern werden sich vielleicht erinnern: da gab es einen sehr beeindruckenden Kinofilm mit dem unvergessenen Burt Lancaster als gnadenlosem Boss einer Ölbohrfirma und – dies nebenbei: mit traumwandlerischer Gitarrenmusik von Dire Straits (Local Hero). Und es gab seinen Sohn, der auf eine Insel als Scout vorausgeschickt wurde, um auszuloten, wie man die dortigen Einwohner um ihre Grundstücke prellen könne. Dummer Weise war jedoch der Sohn von Land und Leuten sowie einem Naturphänomen derart fasziniert, dass das gesamte Projekt zu Fall gebracht wurde; letztlich auch, weil der Vater die Sternenbeobachtung mit dem Fernrohr als seine Leidenschaft hatte. Der Auslöser waren: Polarlichter…!
 

Quelle: saevert.de / Mark Vornhusen
 
Damit sind wir beim Thema: Das Naturschauspiel also solches ist keine Besonderheit. Es tritt in schöner Regelmäßigkeit immer dann leicht zeitverzögert in den polaren Breiten (daher der Name Polarlicht) auf. Und zwar immer dann, wenn auf der Sonne mal wieder eine besonders starke Gas-Eruption in der Hülle erfolgt ist (auch Corona genannt und bei uns bei totaler Sonnenfinsternis mit Schutzbrille sogar schön zu sehen!).
 
Dieser „Sonnenwind“ wird als Teil der Sonnenaktivität rund um die Uhr von ausgefeilten Spezialmessstationen auf der ganzen Welt registriert. Wir als Laien erfahren nur dann etwas über die Medien, wenn in unregelmäßigen Abständen und dennoch rund 13-jährigen Zyklen der minimalen und maximalen Sonnenaktivität eine besonders große Gasfahne ins Weltall geschleudert wird. Und hier ist wahrhaft „groß“ gemeint, denn immerhin passen etwa 100 Erden in die Sonne als unser Zentral-Gestirn!
 
Zyklusvorhersage der Sonnenaktivität von 1995 bis 2013:

Quelle: NASA
 
Rast nun diese gigantische Wolken aus magnetischen Energieteilchen auf die Erde zu, würden ungeschützt alles Leben auf einen Schlag erlöschen! Dem ist aber bekanntlich nicht so. Der Grund liegt im so genannten Erdmagnetfeld, das wie eine unsichtbare Schutz-Hülle um den gesamten Planeten gespannt ist und die eintreffenden Partikel quasi birnenförmig um die Erdkugel vorbeilenkt!
 
Allerdings kommt es bei diesem Zusammentreffen dennoch zu einer Art „Reibungsverlust“. Und genau dies erzeugt – auch wegen der schiefen Erdachse – meist um die Polargebiete die kunterbunt leuchtenden und teilweise von seltsamem Rauschen begleiteten Naturschauspiele, die so genannten Polarlichter…!
 
Auswertung von Polarlichtverbreitungen für November 2011 auf der Nordhalbkugel:

Quelle: www.astronomie-seite.de / NOAA
 
Manchmal ist jedoch diese magnetische Wolken von der Sonne derart heftig und energiegeladen, dass sie auch noch in mittleren Breiten zu Leuchteffekten führt – so geschehen erst vor einigen Tagen am 24./25.10.11 auch in Deutschland! Andere, weniger erbauliche, Nebeneffekte beim Eintreffen des Sonnenwindes sind Störungen unserer weltweiten stromversorgten Netzwerke, bis hin zu Computerausfällen.
 
Wenn also mal wieder eine Meldung durch die Gazetten oder elektronischen Medien huscht, verschaffen Sie sich am besten auf unseren Service-Seiten unter www.mr-wetter.de eine aktuelle Bestandsaufnahme, ob Sie gegebenenfalls auch vor der eigenen Haustüre den nötigen nächtlichen Durchblick mit wolkenfreiem Himmel haben…

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