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Schneemassen in Pirdop (West-Bulgarien) vom 26.01.2012 Quelle: wzforum.de
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Sie erinnern sich? Wir leben in den so genannten gemäßigten Breiten. Das Dumme dabei ist nur, dass "gemäßigt" in keinster Weise nur mittelprächtig und ohne extreme Ausreißer gedeutet! Kuriose Tatsache aus der Statitsik ist: der Mittelwert ist im längeren Verlauf oftmals sogar eher selten - fast so rar, wie die Extreme rechts und links der Verteilungskurve. Mittelmaß ist also einerseits das, was unterm Strich häufiig vorkommt; aber beleibe nicht die Garantie dafür, dass es keine Extreme gibt! Nun aber Schluss mit dem Exkurs und kurz noch ein Rückblick auf den Januar: er war, ähnlich wie der Dezember großflächig deutlich milder als normal und ebenfalls vielerorts erheblich zu nass, sprich: regenreich. Schnee im Flachland?! Ja, aber oft nur als Eintagesfliege und wenige Zentimeter. Dafür haben die Nordalpen alles auf einmal bekommen. So sind sogar die angedrohten 5 Meter auf der Zugspitze stande gekommen - das ist seit 1940 nur ganze drei Mal vor Ende Januar passiert...! Abweichungen der Januar-Temperaturen 2012 in Deutschland vom langjährigen Mittel:
 Quelle: www.bernd-hussing.de Nun der Blick nach vorn. Und da fällt einem geübten Kalenderkenner gleich der wichtige Lostag "Lichtmess" am 2. Februar auf. Deshalb ein paar althergebrachte Wetterregeln: Ist's an Lichtmeß hell und rein, wird's ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Der Lichtmess-Sonnenschein bringt großen Schnee herein. Ist's Lichtmess licht, geht der Winter nicht. Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee. Dem wäre nach aktuellem Wettertrend für die Lichtmess-Woche (fast) nichts mehr hinzuzufügen - außer jede Menge Gänsehaut und der kritische Blick auf die Heizvorräte im Keller oder vor der Hütte. Über die tsunami-artige Frostluft-Flutung weiter Teile Europas wurde ja weiter oben bereits ausgiebig gefachsimpelt. Bleibt nur noch die Frage: wie geht es weiter?! Bleibt es eisig und trocken, folgt der große Schnee auch in tiefen Lagen oder schwenkt es doch spätestens Mitte des Monats auf Vorfrühling um...?! Beim Blick auf die Prognosekurven der verscheidenen Mittelfrist-Vorhersagemodell für das östliche Deutschland - hier Dresden - fällt vor allem eines auf: in großer und sehr ungewöhnlicher Einträchtigkeit wird die extreme Kältewelle festgenagelt! Die weiße Kurve für das Berechnungsmittel aller so genannten Ensembles weicht konsequent bis zum Valentinstag am 14.02. nach unten ab. Und dies gilt für ganz Deutschland sowie dessen Nachbarregionen! Unsicher ist, ob die atlantische Tiefdruck-Maschinerie mit seinem Westwinden wieder mehr an Festlandsterrain gewinnt. 16-Tage-Trendkurven zur Lufttemperatur in ca. 1500 Metern Höhe sowie Niederschlagsmengen für Dresden:
 Quelle: wetterzentrale.de Nach derzeitigem Stand gibt es da verschiedene Szenarien. Sie reichen von ja, aber nur abgeschwächt über Norddeutschland nach dem 10.02. bis zu nein, wir bleiben im eisigen Russlandblock und alles an Tiefs muss entweder nach Norwegen oder ins Mittelmeer ausweichen. PS Mittelmeer: die klirrend kalte Luft wird definitiv um den westlichen Alpenbogen über Südfrankreich bis an die Nordküste Afrikas runterrauschen! Das kann verheerende Folgen haben - zum einen für die wenig frostharten Pflanzen; zum anderen, weil über dem relativ warmen Mittelmeer sich gigantische Feuchtigkeit in der Luft befindet! Wenn diese in der Kaltluft kondensiert, entstehen riesige Schneefallgebiete. Sie suchen dann sogar die Balearen, Korsika und Sardinen sowie höhere Lagen von Marocco, Algerien und Tunesien heim. Siehe dazu nochmal oben die Temperaturverteilungskarte Atlantik/Europa zum 06.02.! Aber zurück zu unseren Regionen: vor allem vom 02. bis 05.02. muss mit massiven Kälte- und damit Gefährdungsaufschlägen bei den empfundenen Temperaturen wegen der Windkälte gerechnet werden! In den Frühstunden am Samstag, den 04.02. kommen in freien Lagen Werte um minus 30 Grad zustande! Flächenverteilung der gefühlten Temperaturen zum Höhepunkt der Kältewelle in Deutschland am Samstag, den 04.01.12 morgens 7 Uhr:
 Quelle: weather365.net Deshalb an dieser Stelle noch ein paar handfeste praktische Tipps im Vorfeld: > Wasseranschlüsse an Hauswänden überprüfen und Außenleitungen leeren! > Diesel-betriebenen Fahrzeuge ins Warme parken und/oder ggf. mit Dieselzusatz gegen Ausflockung ausstatten! > Scheibenwischwasser und Kühlerflüssigkeit mit ausreichend Antifrostmittel bestücken! > Ältere Batterien auf Leistung checken & ggf. aufladen (lassen)! > Türschloss-Enteiser im warmen Haus griffbereit (ggf. kaufen) - nicht im Fahrzeug deponieren! > Wärme-isolierende Kleidung bereitlegen, vor allem Kopfbedeckung, Schal, Handschuhe, Stiefel! > Ältere, ggf. kränkelnde/schwächliche (angehend demente) Menschen nicht größere Touren ohne Begleitung verplanen oder losschicken (z.B. Arztbesuche o.ä.)! > Allein lebende ältere Menschen im Familien-/Freundesumfeld regelmäßig kontaktieren oder besuchen, ob Heizung & Versorgung intakt sind! > Tierställe auf ausreichende Energie-/Wärmeversorgung überprüfen & ggf. für funktionsfähige Notstrom-Aggregate sorgen! > Sämtliche Vorräte an Heizversorgung (Heizöl, Holz, Hackschnitzel etc.) auf längerfristige Höchstauslastung & max. Verbrauch checken und ggf. aufstocken! > ggf. Zusatz-Futter für im Freien lebende Tiere (Vögel, Wild) sorgen - Pferde nicht ungeschützt auf der Koppel stehenlassen oder nur vorübergehend unter Begleitung zeitl. begrenzt Auslauf machen > Hundehalter: lieber mehrere zeitlich kürzere als einen langen Spaziergang - und nicht für Erledigungen/Einkäufe draußen für länger festbinden - sonst erhöhte Gefahr für Blasen- und Nierenentzündingen bei Tier! > Katzenhalter: draußen lebende Katzen sollten im Winter über Nacht ins Haus geholt werden – oder Sie richten ihnen draußen einen windgeschützten Schlafplatz mit wärmenden Materialien ein. > Im Freien/auf der Terrasse/dem Balkon befindliche Kübelpfanzen ins Haus holen, da bei Extremfrösten unter minus 10 Grad über mehrer Tage der Wurzelboden durchfriert und Zellzerstörung einsetzt! Und wie gesagt: informieren Sie am besten so oft wie möglich selbst auf unseren Service-Seiten unter www.mr-wetter.de...!
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